trockenheit

Die Klimaerwärmung führt in vielen Teilen der Erde zu mehr Trockenheit.

Die Hitze schlägt Rekorde. Die meisten freuen sich über das Sommerwetter. Ganz selten wird die bange Frage laut: Ist das die Klimaerwärmung? Die Antwort kann niemand geben, weil ein heisser Sommer nichts aussagt über die langfristige Klimaentwicklung. Trotzdem können wir aus der Hitzewelle etwas lernen – über die Art und Weise nämlich, wie wir mit Risiken umgehen.

 

Ob Klima, Elektrosmog, Gentechnik oder Nanotechnologie: In vielen öffentlichen Risikodiskussionen tut sich ein weiter Graben auf zwischen Laien und Experten. Wobei in der Regel jene, welche die Details und Fakten kennen, mehr die Chancen betonen, hingegen die weniger Fachkundigen vor allem die Risiken sehen. Das ist normal. Denn mit Faktenwissen kann man nüchtern Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen und Strategien entwickeln, um Risiken zu mindern. Wer jedoch wenig weiss, muss blind vertrauen. Das ist unangenehm, darum misstrauen wir. Das ist so bei fast jedem Thema – ausser beim Klimawandel. Hier machen sich die Experten unendlich viel mehr Sorgen als die Laien.

 

Tausende von Wissenschaftlern kommen im Welt-Klimabericht der UNO zusammen zum Schluss, dass sich die Erdatmosphäre aufheizt, und dass dafür zu einem wesentlichen Teil der Mensch verantwortlich ist, indem er Unmengen von Treibhausgasen freisetzt.

 

Darum will sich niemand kümmern

Als die erste Auflage dieses Berichts 1992 in Rio de Janeiro der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurde, war ich als Journalist dabei und verfolge bis heute die Diskussion. Das Werk wurde in den vergangenen 23 Jahren mehrfach überarbeitet, wobei die Befunde immer klarer wurden, die Beweise erdrückend und die anfänglich noch vorhandenen Klimaskeptiker bis auf ein paar von der Erdölindustrie bezahlte Lobbyisten verstummt sind. Nur kümmert das niemanden.

 

Warum? Weil jemand, der den Klimawandel ernst nimmt, sein Verhalten ändern müsste. Weil dann eine Woche Baden auf den Seychellen nicht mehr drin liegt, genauso wenig wie frische Erdbeeren zu Weihnachten. Denn beides ist zu energieintensiv. Doch das will niemand hören. Denn, wer die Bedrohung des Klimawandels ernst nimmt, muss aktiv werden. Und das kann anstrengend sein oder sogar unangenehm. Also überlassen die Laien die Sorgen über den Klimawandel lieber den Experten. Selber Schuld, wissen die so viel. Wesentlich populärer ist es, seine Angst vor Elektrosmog, Gentech oder Nanoteilchen weiterzupflegen. Denn das sind die Technologien der anderen, der Konzerne, der bösen Kräfte. Sich darüber zu sorgen, ist bequem. Es verlangt einem gar nichts ab.

 

Beat Glogger 

 

 


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