Die Polizei identifizierte einen Terroristen des Anschlags in Belgien – dank DNA-Spuren. Diese könnten noch viel mehr über die Täter verraten.

 

Ein Forensiker sichert Spuren am Tatort – jede Hautschuppe kann ein Hinweis sein. Foto: ISTOCK

Ein Attentäter des Terror-Anschlags in Brüssel von letzter Woche war bereits an den Anschlägen in Paris beteiligt. Das zeigen DNA-Spuren, die sich am belgischen Flughafen Zaventem fanden. Es waren dieselben wie auf einem Sprengstoffgürtel, mit dem sich einer der Terroristen im Pariser Musikclub Bataclan in die Luft jagte. Doch wie kann die Polizei nach einem Bombenanschlag überhaupt die DNA-Spuren von Tätern und Opfern unterscheiden? Schliesslich ist ein solcher Tatort übersät mit menschlichem Blut und Gewebe. «Wir suchen zuerst an ganz bestimmten Orten», sagt Kurt Graf von der Luzerner Polizei. So konzentriert sich die Spurensicherung auf Gegenstände, die der Täter auf sich getragen hat, etwa Waffen, Rucksäcke oder Kleider. Darauf hinterlässt er nämlich winzige Hautschüppchen – und damit seine DNA. Über diese Gegenstände streichen die Spurensicherer mit nassen Wattebäuschen und analysieren die gewonnene DNA daraufhin im Labor.

 

«Eine solche Analyse könnte eigentlich sehr viel über einen Menschen verraten», sagt Adelgunde Kratzer vom Institut für Rechtsmedizin der Uni Zürich. In der DNA ist beispielsweise Information über die Augenfarbe oder die Herkunft eines Täters enthalten. «Wir dürfen allerdings einzig das Geschlecht aus einer DNA-Probe bestimmen», sagt Kratzer. Ähnliche Gesetze zum Schutz der Privatsphäre gelten in den meisten Ländern Europas. Deshalb führt eine DNA-Analyse erst dann zum Ziel, wenn dieselbe Spur bereits in einer Fahndungsdatenbank der Polizei gespeichert ist. So auch beim noch unbekannten dritten Täter von Brüssel: Muss er wegen eines zukünftigen Delikts eine DNA-Probe abgeben, schnappt die Falle zu.

 

Michael Baumann 

 

 


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