Kein Silvester ohne ein buntes Feuerwerk. Doch was unterscheidet gewöhnliche Böller von professioneller Pyrotechnik?

Am diesjährigen Züri-Fäscht sorgte ein Feuerwerk für einen hell erleuchteten Nachthimmel über der Stadt. Kostenpunkt: 850000 Franken.
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Um das neue Jahr zu feiern, zünden Kinder ihre Frauenfürze und enthusiastische Väter lassen Raketen steigen. Ausgebildete Pyrotechniker hingegen verschiessen für die grossen Neujahrsfeuerwerke Hunderte sogenannter Kugelbomben. «In der Schweiz haben die grössten Projektile einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern und wiegen fünf Kilogramm», sagt Peter Joder, Feuerwerksexperte und Präsident des Vereins Pyromantiker. Als Abschussrampe dienen Mörser – das sind Rohre, die die Profis genau ausrichten und anschliessend mit einer kugelförmigen Bombe füllen. Diese wird zunächst mit einer ersten Sprengladung in die Luft geschossen. Hat sie den höchsten Punkt erreicht, explodiert sie in mehrere kleine Ladungen. Je nachdem, wie diese in der Kugel geschichtet sind, entstehen dann komplexe Muster. So zaubern die Pyrotechniker nicht nur Sterne, sondern auch Saturnringe oder Schmetterlinge an den Himmel. Für die richtigen Farben sorgen verschiedene Metallsalze, die Chemiker dem Schwarzpulver beimischen: Kupfer verglüht blau oder grün, Magnesium weiss, Natrium gelb und Lithium rot – mit Temperaturen von bis zu 1000 Grad Celsius.

 

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Grafik: P. Jodler

Die kreativsten Feuerwerkskörper seien in der Schweiz allerdings gar nicht erhältlich, sagt Joder. Denn bei sprengkräftigen Bomben lässt sich der vorgeschriebene Sicherheitsabstand zum Publikum von 300 bis 400 Metern selten einhalten. Zusätzlich erschweren Regulierungen den Import. International, etwa im Feuerwerksland Japan, werden mittlerweile bis zu 500 Kilogramm schwere Bomben und prächtige Variationen gezündet.

 

Wer also in der Schweiz punkto Pyrotechnik nicht auf seine Kosten kommt, reist über Silvester am besten nach Tokio oder Hongkong – zu den spektakulärsten Feuerwerken der Welt.

1.20 Meter Feuerwerksbombe:

 

Tizian Schöni

 

 


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