«Piper» heisst das neueste und wohl herzigste Werk der Pixar-Studios. In der Animation des Vogelkükens steckt eine geballte Ladung Technik.

ff

Wie das Vögelchen Piper den Strand entdeckt, ist zurzeit im Kino als Vorfilm zu «Findet Dory» zu sehen.
Disney-Pixar

Neugierig bestaunt sie Wasserbläschen und pickt noch unsicher nach Muscheln im Sand: Piper ist eine junge Schnepfe, die mit ihrer Mutter erstmals auf Nahrungssuche geht. Damit das Film-Küken wie ein richtiger Vogel hüpfen, flattern und zwitschern kann, beobachtete das Pixar-Team die Tiere in der realen Welt an der Küste Kaliforniens über einen Zeitraum von mehreren Monaten. Die gesammelten Beobachtungen, beispielsweise über die Elastizität der Vogelfedern, speisten die Filmemacher in ihre Rechner ein. Die Daten halfen zu bestimmen, wie sich die Federchen im Wind bewegen müssen oder wie das Vogelkleid Licht reflektiert. Allein das Gefieder von Piper modellierten die Spezialisten aus über sieben Millionen einzelnen Federn – noch nie wurde ein Federkleid derart detailgetreu animiert. Kein Wunder also, arbeiteten Techniker, Künstler und Animatoren rund drei Jahre am sechsminütigen Kurzfilm.

 

«Pixar hat schon immer unglaublich viel in Animationstechnik investiert», sagt Jürgen Haas, Regisseur und Professor an der Hochschule Luzern. Das Animationsstudio forscht stetig an neuen Innovationen, kann aber gleichzeitig auf bereits Erfundenes zurückgreifen. So baut «Piper» teilweise auf Technologie des 2012 veröffentlichten Films «Merida» auf, denn dort kommt eine Krähe vor, von der das Vogelküken einige Eigenschaften übernehmen konnte. Die Innovationen aus «Piper» wiederum, da ist sich Haas sicher, werden in einem späteren PixarWerk weiterentwickelt werden. Denn auch wenn der Kurzfilm momentan das Nonplusultra der Branche definiere, gehe die Entwicklung in rasantem Tempo weiter.

Link zum Trailer:

 

Tizian Schöni

 

 


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