Der Marathon ist zu einem Massenphänomen geworden. Aber Achtung: Der Ausdauersport kann schädlich sein.

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Ausgepowert: Der Lauf über 42195 Meter bringt viele an ihre Grenzen.
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Am Sonntag findet der New York City Marathon statt. Auch viele Amateursportler aus der Schweiz werden daran teilnehmen, und wenn alles gut läuft, über die Ziellinie laufen. Oder torkeln – denn der Lauf über 42 Kilometer ist ein Kraftakt.

 

Ist solch intensives Training überhaupt noch gesund? Nein, sagt eine Langzeitstudie aus Dänemark, die das Bewegungsverhalten und die Gesundheit von rund 5000 Menschen analysiert hat: Diejenigen, die über Jahre hinweg mehr als vier Stunden pro Woche bei hohem Tempo gerannt waren, hatten eine ähnlich hohe Sterberate wie die ärgsten Sportmuffel.

 

Laut Sportarzt Andreas Gösele von der Basler Crossklinik ist dabei nicht die Dauer des Joggens problematisch: «Ungesund wird ein Ausdauerlauf dann, wenn das Lauftempo konstant zu hoch ist.» Das belaste das Herz-Kreislaufsystem und den Bewegungsapparat stark. «Oft wollen sich besonders Männer beim Laufen profilieren», sagt Gösele. Sie rennen dann gern am Limit.

 

Dabei kommt es häufig zu Verletzungen – meistens der Kniegelenke. Deren Überbelastung lasse sich eigentlich einfach vermeiden, wenn man sich langsam an die Distanz gewöhnt, so der Sportwissenschaftler Silvio Lorenzetti von der ETH Zürich. «Doch dafür nehmen sich manche zu wenig Zeit.» Auch Lorenzetti beobachtet, dass besonders Männer ungeduldig sind. Insbesondere jene, die in einer Midlife-Crisis stecken. Grundsätzlich gilt für alle, die einen Marathon laufen: Zurückhaltung und das Respektieren seiner eigenen Grenzen sind wichtig.

Wichtig: Seriöse Vorbereitung

Wer einen Marathon bestreiten möchte, sollte laut Experten auf folgende Punkte achten:

  • Genügend Zeit für die Vorbereitung einplanen – Personen, die sich nicht viel Sport gewohnt sind, brauchen mindestens ein Jahr.
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  • Distanz und Tempo im Training langsam aufbauen. Wer sich selbst zu wenig auskennt, wendet sich an einen Coach oder informiert sich auf Websites wie etwa Runningcoach.me
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  • Auf den eigenen Körper hören. Beispielsweise bei Schmerzen eine Trainingspause einlegen.

 

Martina Polek

 

 


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