Wie wir aussehen, ist in unserem Erbgut festgeschrieben. In Zukunft wird deshalb eine DNA-Probe ausreichen, um ein Phantombild zu zeichnen.

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Am Tatort finden sich häufig DNA-Spuren – diese liefern mehr und mehr Infos.
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Wie gross wir werden, ob wir eher ein rundes oder schmales Gesicht haben, eine Stupsnase oder abstehende Ohren: All das und viele weitere Merkmale unserer Erscheinung sind in den Genen festgelegt. Theoretisch sollte es also möglich sein, aus einer DNA-Probe herauszulesen, wie ein Mensch aussieht – etwa, um einen Straftäter zu finden.

 

Tatsächlich ist es heute bereits möglich, die Augen- und Haarfarbe mit hoher Genauigkeit zu bestimmen. «Andere Gesichtsmerkmale sind komplizierter», sagt Cordula Haas, Forensikerin an der Uni Zürich. Denn sie werden von einer Vielzahl von Genen mitbeeinflusst. In jüngster Zeit haben Forscher aber grosse Fortschritte gemacht. Sie haben zahlreiche beteiligte DNA-Abschnitte identifiziert und analysiert, wie diese die Gesichtszüge formen (siehe Box). «In weiteren fünf bis zehn Jahren dürfte es möglich sein, die wichtigsten Gesichtsmerkmale vorherzusagen», sagt Haas. Dann sollte man aus einer DNA-Probe vom Täter ein Phantombild zeichnen können.

 

Solche DNA-Analysen sind in der Schweiz noch verboten. In den USA aber benutzen Polizisten schon heute erste grobe DNA-Bilder – vorerst als Hilfe, um Verdächtige auszuschliessen.

 

Was sich aus DNA-Spuren herauslesen lässt:

Solche Phantombilder erstellt die US-Firma Parabon Nanolabs (links). Rechts als Vergleich das Foto der betreffenden Person. Allerdings: Die Berechnung der Gesichtszüge beruht nicht allein auf einer DNA-Analyse. Welche zusätzlichen Daten miteinfliessen, gibt die Firma nicht preis. Parabon Nanolabs, Inc.

  • Die Augenfarbe ist abhängig von sechs verschiedenen Genen. Ob jemand blaue oder braune Augen hat, lässt sich fast sicher bestimmen. Etwas ungenauer sind andere Farben, beispielsweise Grün.
  • Auch wie die Haarfarbe einer Person entsteht, ist entschlüsselt. Sie lässt sich mit grosser Wahrscheinlichkeit voraussagen.
  • Ist das Haar gelockt oder gerade gewachsen? Das bestimmen rund 100 DNA-Abschnitte mit. In einigen Jahren wird man zwischen Lockenköpfen und Leuten mit geradem Haar unterscheiden können.
  • Für den Augenabstand hat man bisher ein einziges zuständiges Gen gefunden. Es beeinflusst diesen um fast einen Zentimeter.
  • Von Stups- bis Hakennase: Unserem Riechorgan geben vier verschiedene Gene seine Form – soweit die bisherigen Erkenntnisse. Genau wird man die Form der Nase in fünf bis zehn Jahren voraussagen können.
  • Wie ausgeprägt sind Kinn und Backenknochen? Und wie sehen Ohren, Mund und Augenbrauen aus? Erste Gene, die das beeinflussen, sind bekannt. Wie sie zusammenspielen, muss noch genauer erforscht werden.

Weiterführende Links:
«Snapshot», der DNA-Analyseservice der Firma Parabon Nanolabs

 

 

Santina Russo 

 

 


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