Eine in Zürich ansässige Firma hat die weltweit erste Unterwasser-Kompressionsanlage entwickelt.

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Ein Koloss von der Grösse eines Fussballfeldes.
Animation: MAN

Ein Koloss von 26 Metern Höhe und der Fläche eines Fussballfeldes verrichtet seinen Dienst in 300 Metern Tiefe auf dem Grund der norwegischen See. Das Herzstück dieser weltweit ersten Untersee-Kompressionsanlage hat MAN Diesel & Turbo in Zürich entwickelt – und läuft seit gut einem Jahr praktisch ohne Unterbruch. «Ein grosser Erfolg», sagt Firmensprecher Roberto Rubichi.

 

Kompressionsanlagen sind für die Förderung von Erdgas essenziell, denn das Gas in der Lagerstätte hat durch die fortwährende Entnahme immer weniger Druck. Würden nicht leistungsstarke Kompressoren den Druck in der Lagerstätte aufrechterhalten, könnten viele Erdgasvorkommen nicht einmal zur Hälfte ausgeschöpft werden. Bis anhin stehen die Kompressionsanlagen auf Plattformen an der Wasseroberfläche. Dass ein Kompressor nun direkt beim Bohrloch auf dem Meeresboden steht, ist nicht nur neu, sondern auch energieeffizienter: Die Anlage ist viel kleiner als eine Förderplattform, verbraucht also weniger Material. Und sie frisst deutlich weniger Energie, weil lange Zuleitungen – und damit Druckverluste – von der Meeresoberfläche an das Bohrloch entfallen.

 

Dank der Schweizer Innovation kann die Gasförderung aus der Lagerstätte Asgard bis ins Jahr 2031 um zehn Jahre verlängert werden, wie der Energiekonzern Statoil schreibt. Er erschliesst sich so eine zusätzliche Energiemenge, die der vierfachen Jahresproduktion aller norwegischen Wasserkraftwerke entspricht – oder dem Verbrauch aller britischen Haushalte in einem Jahr.

 

«Bis sich der weltweite Energiebedarf vollständig aus erneuerbaren Quellen decken lässt, sollen die Rohstoffe Erdöl und Erdgas möglichst wirtschaftlich und umweltschonend gefördert werden», sagt MAN-Sprecher Rubichi. Der Maschinenbauer hat die nächste Generation an Unterwasser-Kompressoren bereits in Entwicklung. Diese wird noch kleiner und effizienter.

 

Animation über die Unterwassergasförderung (klicken).

 

Beat Glogger 

 

 


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