Das Rätsel, weshalb Tiere und Menschen gähnen, ist noch nicht gelöst. Doch ein Puzzleteil fanden Forscher nun beim Schauen von Tiervideos auf Youtube.

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Sooo müde: Gähnendes Japanmakaken-Äffchen.
Wikimedia Commons / Daisuke Tashiro

Mund auf, Augen zu, tief einatmen – neben Menschen gähnen auch viele Tiere mehrmals am Tag. Der Grund dafür ist nach wie vor unklar. Eine mögliche Erklärung setzt sich aber langsam durch: Wir gähnen, um unser Gehirn zu kühlen. Denn dieses überhitzt sich leicht, wenn wir angestrengt denken. Bereits bei 0,1 Grad über der Körpertemperatur lässt die Gedächtnisleistung messbar nach.

 

Diese Theorie wird nun durch eine Studie bestätigt. Psychologen der New York State University haben einen Zusammenhang zwischen dem Gähnen eines Tieres und dessen Gehirngrösse gefunden. Ihre Forschungsmethode war ziemlich einfach: Sie schauten sich 177 Videos von gähnenden Menschen und Tieren auf Youtube an. Dabei verglichen sie die Dauer des Gähnens mit der Anzahl Gehirnzellen der Lebewesen.

Menschen auf Platz eins

Es zeigte sich, dass der Mensch, der am meisten Nervenzellen besitzt, auch der ausdauerndste Gähner ist. So brauchen wir dafür im Schnitt etwas mehr als sechs Sekunden. Knapp unter die Sechs Sekunden-Marke schafft es der Afrikanische Elefant, der ein ähnlich grosses Gehirn wie der Mensch hat. Kleine Mäuse mit weniger Gehirnzellen reissen ihr Maul dagegen nur für etwa 1,5 Sekunden auf. Die Erklärung der Forscher: Die frische Luft in den Lungen kühlt das Blut, das anschliessend in den Kopf gelangt. Dort führt es die beim Denken entstandene Wärme ab und bringt das Gehirn wieder auf die normale Körpertemperatur. Und das dauert eben ein bisschen länger, wenn man viele Nervenzellen hat.

 

Michael Baumann

 

 


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