Die Bauweise von Städten beeinflusst, wie sich Smog ausbreitet. Mit diesem Wissen könnten künftig sauberere Städte geplant werden.

 

Hohe Gebäude wie der Basler Messeturm beeinflussen den Wind und damit den Smog besonders stark. Bild: Messe Basel

Der städtische Smog ist oft ungleich verteilt: Im einen Quartier stauen sich die Abgase, im anderen atmet man frische Luft ein. Dafür ist vor allem der Wind verantwortlich. Wie er die Luftschadstoffe in einer Stadt verteilt, haben nun Forscher der ETH Lausanne gemeinsam mit kanadischen Kollegen genau berechnet. Dazu simulierten sie die Windströmungen im Basler Clara-Quartier. Doch im Gegensatz zu bisherigen Simulationen, die ganze Häuserzeilen bloss als rechteckige Klötze in der Landschaft betrachteten, berücksichtigen die Lausanner Forscher die Formen jedes einzelnen Hauses und jeder Strasse. «So können wir die Windverhältnisse im Quartier viel genauer als bisher vorhersagen», sagt Studienleiter Marco Giometto. In Zukunft sollen die Erkenntnisse helfen, smogfreie Städte zu planen. «Wir könnten ausrechnen, wie Häuser platziert und gebaut werden müssen, damit die Windströme die Schadstoffe aus der Stadt wehen», sagt Giometto.

 

Auch einen genaueren Wetterbericht für einzelne Quartiere könnten die Forscher theoretisch berechnen. Allerdings ist ihre Simulation dafür im Moment noch nicht brauchbar: Allein die Berechnung des einen Basler Quartiers hat einen Supercomputer zwei Wochen lang beschäftigt – ein herkömmlicher Computer hätte dafür ein volles Jahr gebraucht.

 

Michael Baumann 

 

 


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