Schweizer Eltern ist es erlaubt, ihre Kinder zu schlagen. Doch bereits einige Ohrfeigen schaden, sagt eine US-Studie.

 

Wenn die Hand ausrutscht: Schon gelegentliche Schläge haben für die Kinder schlimme Folgen. Foto: ISTOCK

In vielen Schweizer Familien werden Kinder geschlagen. So gab die Hälfte von rund 2700 Eltern letztes Jahr in einer 20-Minuten-Umfrage an, ihrem Kind schon Ohrfeigen oder «Füdlitätsch» gegeben zu haben, um es zur Vernunft zu bringen.

 

Selbst wenn das möglicherweise kurzfristig funktioniert, schaden die Eltern ihren Kindern damit erheblich. Das haben US-Forschende nun herausgefunden. Sie analysierten die Ergebnisse aus 50 Jahren Forschungsarbeit, für die über 160 000 Kinder untersucht worden waren. Resultat: Eltern, die ihre Kinder körperlich bestrafen, machen ihren Nachwuchs damit aggressiver und anfälliger für psychische Probleme. Zum Beispiel haben geschlagene Kinder ein geringeres Selbstbewusstsein und verhalten sich als Erwachsene asozialer.

 

Das sei logisch, sagt Remo Largo, Kinderarzt und Autor von Büchern zum Thema Kindererziehung. «Durch Schläge fühlen sich Kinder abgelehnt und werden traumatisiert.» Trotzdem hält er ein Verbot von Körperstrafen für sinnlos, da es manchen Eltern schwerfalle, sich daran zu halten: «Stattdessen braucht es mehr Angebote, in denen Eltern gewaltfreie Alternativen vermittelt werden, etwa Kurse.»

 

Erziehungsmassnahmen dürften durchaus streng sein, sagt Largo. So sollen Eltern ihrem Kind nicht nur mit Fernsehverbot oder Zimmerarrest drohen, sondern das ohne Vorwarnung umsetzen: «So lernen Kinder ohne Gewalt, dass ihr Fehlverhalten direkte Konsequenzen hat.»

 
Link zur Studie (Englisch)

 

Sandro Bucher 

 

 


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