Millionen Menschen sind heute auf der Flucht. Darunter leidet ihre psychische Gesundheit.

 

Nicht nur die Flucht, auch die Situation nach der Migration belastet. Foto: ISTOCK

Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten, erleben traumatische Ereignisse. Dass sie deshalb anfälliger für Depressionen sind, ist bekannt. Nun haben schwedische und englische Forschende jedoch herausgefunden, dass Flüchtlinge auch dreimal häufiger an Schizophrenie erkranken – eine psychische Krankheit, bei der Betroffene Stimmen hören und unter Verfolgungswahn leiden.

 

Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, indem sie die Gesundheitsdaten von über 1,3 Millionen Menschen in Schweden auf Diagnosen von Schizophrenie untersuchten.

 

«Für das erhöhte Risiko ist nicht nur das Erlebte vor und während der Flucht verantwortlich», sagt Psychiater Matthis Schick. Er arbeitet am Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer in Zürich selbst mit Flüchtlingen. «Auch die Situation nach der Migration ist belastend.» So ist etwa die Trennung von der Familie ein gewaltiger Stressfaktor.

 

Schizophrenie bei Geflüchteten zu entdecken, ist allerdings schwierig. Denn in der Schweiz fehlen oft Übersetzer. «Dadurch wird die Erkrankung zu spät entdeckt und ist umso schwieriger zu behandeln», sagt Schick. Daher sei es wichtig, Flüchtlinge nicht nur körperlich, sondern auch psychisch zu untersuchen.

 
Link zur Studie (Englisch)

 

Sandro Bucher 

 

 


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