PT-AO773_EVOLUT_F_20100521192057Allen Karten, Mails und SMS mit guten Wünschen für das neue Jahr zum Trotz, sind viele Menschen der festen Überzeugung, dass alles immer schlechter wird: die Umwelt, die Gesellschaft die Menschheit überhaupt.
Dabei ist genau das Gegenteil der Fall.
In den Sechzigerjahren beispielsweise waren viele Schweizer Seen am Ersticken. Dann wurden Gewässerschutzgesetze eingeführt, und heute kann man das Wasser aus praktisch allen Seen trinken. Dann drohte in den Achtzigerjahren der Wald an der Luftverschmutzung zugrunde zu gehen. Wieder wurden Gesetze erlassen – heute ist die Luft so sauber wie seit den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts nicht mehr.

 

Mehr Autos, weniger Tote

Auf Schweizer Strassen starben im Jahr 1960 über 1300 Menschen, heute sind es noch gut 200. Dies obschon seither die Anzahle der Personenwagen auf fast das Neunfache angestiegen ist. Auch die Kriminalität sinkt von Jahr zu Jahr. 2014 wurden in unserem Land 41 Tötungsdelikte gezählt – der tiefste Wert seit polizeilichen Verzeigungen überhaupt erhoben werden (1982). Bei praktisch allen Arten von Verbrechen sinkt die Zahl kontinuierlich. Auch wenn uns gewisse politische Partien das Gegenteil weismachen wollen.

 

Trend zum Besseren weltweit

Nicht nur wird das Schlechte weniger schlecht. Das Gute wird auch besser, und dies weltweit. Das zeigt Matt Ridley in seinem Buch «The Rational Optimist». Es ist zwar schon vor fünf Jahren erschienen, doch ich nehme es immer wieder gerne zur Hand. Vor allem, wenn Bilder von Flüchtlingsströmen, Terrorattacken und Umweltkatastrophen mich erschrecken. Der britische Autor zeigt in Hunderten von Beispielen und mit enormer Detailliebe, welch enorme Fortschritte die Menschheit seit der letzten Eiszeit gemacht hat und immer noch macht. Die Gesundheitsversorgung verbessert sich, die Lebenserwartung steigt, die Kindersterblichkeit sinkt, ebenso die Kinderzahl pro Frau. Es steigt die Bildung, dadurch sinkt die Armut – selbst die Ärmsten sind heute weniger arm. Es geht uns allen immer besser in fast allen Ländern der Welt. Die Belege dafür hat Ridley in akribischer Kleinarbeit zusammengetragen, aber er listet auch jene wenigen totalitären Regimes auf, die den Fortschritt nicht zulassen.
Ridleys Fakten machen mich zum Optimisten. Deswegen glaube ich aber keineswegs, alles sei gut, wir könnten die Hände in den Schoss legen. Im Gegenteil: Ein rationaler Optimist weiss, dass sich Einsatz für das Gute lohnt.

 

Beat Glogger 

 

 


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